Wir bleiben wach ...

Was einst als Versuchsballon der evangelischen Religionslehrerin am Gymnasium Hohenschwangau begann, hat sich inzwischen zum Selbstläufer entwickelt: Die Schülerakademie an der evangelischen Akademie Tutzing. Zum achten Mal fand sie bereits statt, und auch diesmal waren wir mit 22 Schülerinnen und Schülern aus Mittel- und Oberstufe die stärkste Schülergruppe aus Bayern, die an der Akademie teilnahm. Jahr für Jahr wird sie vom P-Seminar des Gymnasiums Tutzing vorbereitet und durchgeführt und erfreut sich gleichbleibender Beliebtheit – und das nicht nur, weil für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler für zwei Tage die Schule ausfällt ...   Was also macht die Anziehungskraft dieser Veranstaltung aus?

Da ist zunächst einmal das Ambiente: die Akademie ist im Schloss Tutzing direkt am Starnberger See untergebracht. Räumlichkeiten und der umgebende Park mit Seezugang ist von der Qualität eines Sternehotels, das man sich als normal “verdienender“ Schüler wohl kaum leisten könnte. Hinzu kommt die ausgezeichnete Küche, die nicht nur mit zwei warmen Mahlzeiten am Tag aufwartet, sondern auch noch mit köstlichen Snacks zwischendurch.

Dennoch wird in der Schülerakademie intensiv gearbeitet, wobei das große Thema jeweils „Nachhaltigkeit“ ist. In diesem Jahr gab es dazu die Schwerpunkte:

  • Nachhaltige Ernährung
  • WUB – weltweites Umweltbewusstsein – und du? Erneuerbare Energien
  • Stop Art Attack: Artenschutz und Tierversuche
  • Menschenrechte – ein Privileg?
  • Stay in contact – unsere Kommunikation und Medien
  • Ideale Schule – eine Utopie?

Wie immer, fand zunächst ein Impulsreferat statt. Frau Ines Kolmsee, die Vorstandsvorsitzende der SKW Metallurgie AG, München, referierte zu „Fragen der Moral im internationalen Kontext“ und diskutierte ihre Thesen mit den Schülerinnen und Schülern.

Nach dem Mittagessen ging es dann in die Arbeitsgruppen. Jede/r Schüler/in trägt sich in eine der oben genannten Arbeitsgruppen ein, hört auch dort Vorträge von Fachreferenten und erarbeitet in der Gruppe innerhalb der zwei Tage Lösungsansätze für die diskutierten Probleme.

Folgende Fachreferenten waren diesmal zur Akademie gekommen:

Sophie Gigele: Desert Flower Foundation, Austria
Katinka Ackermann, Stiftungsrätin von Opportunity International, München
Michael Heinrich, Botschafter der International Justice Mission, Berlin
Martina Kuhtz-Böhnke, Tierärztin, Ärzte gegen Tierversuche, Dorfen
Julia Mandoki, Tierschutzaktivistin
Tobias Thalhammer, Umweltpolitiker von der FDP, München
Sophie Schuhmacher, NAJU (Naturschutzjugend), Germering
Vannessa Ju, NAJU, München
Tanja Draeger de Taran, Ernährungsbeauftragte, WWF, Berlin
Uli Schroth, Koch, Biorestaurant, Schwabing, München
Robin Blase, Mediakraft, Berlin
Bernhard Goodwin, Leiter des Instituts für Kommunikationswissenschaften an der LMU, München
Brigitta Frank, Sudbury School, München
Jochen, Peter & Wolfgang Südfels, Architekten, Germering

Die Schülerinnen und Schüler haben also Gelegenheit, mit bekannten Fachleuten auf Augenhöhe zu diskutieren und zu erfahren, dass sie mit ihren Fragen und Lösungsansätzen wahrgenommen und als gleichwertige Gesprächspartner ernstgenommen werden. Sie lernen Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern und jeder Schulart kennen und im Team zu arbeiten.

Dieses Jahr wurde mit besonders großem Eifer zu Werke gegangen. Manche Gruppen verkürzten sogar freiwillig ihre Pausen, um noch mehr Zeit für die Entwicklung ihrer Ideen zu haben. Da wurde geschrieben und gemalt, gebastelt und gefilmt, fotografiert und interviewt – es war eine helle Freude, den Einfallsreichtum und die Gestaltungsfreude der Schülerinnen und Schüler mitzuerleben.

Entsprechend spannend war auch in diesem Jahr wieder die Abschlussrunde, in der jede Gruppe ihre Ergebnisse im Plenum vorstellte. Die Schülerinnen und Schüler fahren wohl auch deshalb so gerne in die Akademie, weil sie mit dem Gefühl nach Hause fahren können, dass sie etwas bewegen können und als gesellschaftliche Gestalter/innen von morgen gewertschätzt werden. Mit diesem Gefühl fuhren auch wir nach zwei ausgefüllten Tagen wieder nach Hause und wissen jetzt schon:

Im nächsten Jahr wieder ...

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