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Von Bücherstapeln zu Nanostrukturen

 Besuch der W-Seminare in der Münchener Staatsbibliothek und im Deutschen Museum

Seminararbeit?! – Wo und wie bekommt man eigentlich die nötigen Informationen, um sie mit Inhalt zu füllten?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, machten wir uns am 30. Januar auf den Weg nach München. Unser Ziel war die Staatsbibliothek, die wir am Vormittag erreichten. In einer ersten Einführung bekamen wir einen Überblick über die Geschichte der 1585 entstandenen Bibliothek. Zeitgleich wurde das sog. Pflichtexemplargesetz erlassen, dessen Inhalt uns besonders überraschte. Es legt fest, dass ein Exemplar jedes gedruckten Werkes aus Bayern in der Staatsbibliothek vorliegen muss – also eine unglaubliche Menge an Literatur. Allerdings sorgte ien verheerender Brand während des Zweiten Weltkriegs dafür, dass zahlreiche Bücher zerstört wurden. Trotzdem zählen heute ca. 10 Mio Bücher zum Bestand der Bibliothek, eingeordnet in insgesamt ca. 350 Regalkilometer. Darüber hinaus kann man in den Lesesäälen auf ca. 20.000 Zeitschriften zugreifen. Am meisten erstaunt hat uns, dass die Bibliothek zahlreiche Online-Inhalte verwaltet – einige davon sind frei verfügbar (hier zu finden). Obwohl die münchener Staatsbibliothek eher geisteswissenschaftliche Schwerpunkte setzt, wird sie uns auch bei der Suche nach Informationen für unsere Seminararbeit eine Unterstützung sein.

Anschließend gingen wir zum praktischen Teil des Tages über: Die W-Seminare Physik und Chemie besuchten das Deutsche Museum.

Dort bekamen wir während einer Führung im „Zentrum neue Technologien“ einen spannenden Einblick in die Welt der Nanoteilchen. „Nano“ – was bedeutet das eigentlich? Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter, also unvorstellbar winzig. Strukturen, die so klein sind, entwickeln erstaunliche Eigenschaften und verhalten sich anders, als man es zunächst erwarten würde. Anschaulich konnten wir dies an einem Versuch sehen: Eine Plastikflasche war mit kleinsten Glaspartikeln gefüllt, die zunächst wie sehr feiner weißer Sand aussahen. Nach Schütteln der Flasche setzten sich diese allerdings nicht – wie bei Sand zu erwarten – sofort wieder am Boden ab, es hatte vielmehr den Anschein, als sei die Flasche nun mit einer milchigen Flüssigkeit gefüllt. Diese Besonderheiten kommen dadurch zustande, dass bei Nanopartikeln der Einfluss der Oberflächenkräfte im Vergleich zur Gewichtskraft höher ist – was der Grund dafür ist, dass ein Gecko durch die feinen Strukturen an seinen Füßen an den Wänden laufen kann. Eine weitere Anwendung ist der Lotus-Effekt, benannt nach einer Pflanze, von deren Blättern Wasser einfach abperlt. Durch Nanostrukturen können heute Oberflächen entwickelt werden, an denen kein Schmutz mehr haften bleibt – im Museum veranschaulicht durch eine Kugelbahn mit Lotus-Effekt, auf der statt Murmeln Wassertropfen rollten. Eine weitere technische Anwendung ist das Raster­kraft­mikroskop, bei dem feinste Oberflächenstrukturen durch Abtasten mit einer Messspitze im Nanobereich analysiert werden können – so kann man tatsächlich sehen, wie die Atome in einem bestimmten Material angeordnet sind.

Unser Fazit: Der Tag in München war sehr interessant und aufschlussreich. Wir haben erfahren, wie eine Bibliothek aufgebaut ist und wie man passende Literatur richtig sucht. Der Vortrag über kleinste Teilchen hat uns die Phänomene der Nanopartikel nicht nur näher gebracht, sondern auch anschaulich erleben lassen. So machten wir uns gegen Abend mit vielen neuen Erkenntnissen im Gepäck wieder auf den Weg zurück nach Ho’gau.

(Marisa Schult und Franziska Baur, Q11,2/2012)

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