(Vor-) Lesen: Der Film im Kopf


Am 4. Dezember suchte das Gymnasium Hohenschwangau einen Sieger. Dieser sollte das Publikum in seinen Bann ziehen, verzaubern und nicht zuletzt die Realität vergessen lassen – allein durch seine Stimme, seinen Ausdruck, seine Betonung. Es fand der jährliche Vorlesewettbewerb statt. Dieser wird an Schulen in der sechsten Jahrgangsstufe durchgeführt. Über 600.000 Schüler beteiligen sich an dem Projekt des Deutschen Buchhandels. Zunächst wurden in klasseinternen Wettkämpfen der jeweilige Finalist ermittelt. Schon in diesen Lesewettkämpfen waren es knappe Entscheidungen. Letztlich traten Lena Hößle, Lilli Waldmann und Sophia Sachsalber im Schulfinale gegeneinander an.

Schuldirektor Thomas Schauer begrüßte beim schulinternen Wettbewerb die sechsten Klassen und befürwortete den Wettbewerb. Lesen sei, wie einen eigenen Film im Kopf zu erfinden, bei dem lediglich das Drehbuch vorgegeben ist. Er gab sich als bekennender Leser aus und freute sich über den Eifer seiner Schüler. Zudem mache Lesen einfach Spaß. Für die Finalisten galt es, in der Schulaula der kompletten Stufe zunächst einen selbst ausgewählten Text vorzulesen und danach einen Fremdtext. Überzeugen mussten die Mädchen im Finale aber die Jury aus Jakob Rollik, Claudia Geiger und Iris Hocke, die Deutschlehrer der Klassen.

Es war ein spannendes und sehr knappes Finale der drei Mädchen. Am meisten überzeugte die Jury Sophia Sachsalber.

Zwei Monate später durfte die Schulsiegerin beim Kreisentscheid in der Mittelschule Roßhaupten ihr Können erneut unter Beweis stellen und sich mit 15 Kindern aus den umliegenden Schulen messen. Auch auf der Kreisebene mussten die besten Leser aus den jeweiligen Schulformen eine Jury von ihren Lesefähigkeiten überzeugen, indem sie sowohl aus einem eigenen Text als auch einem unbekannten Text vorlasen. Sophia Sachsalber erhielt von der Jury aus Schulamtsdirektor Eduard Gapp, Buchhändlerin Johanna Glas, Bürgermeister Thomas Pihusch, Schulleiterin Gabriela Stiller und Konrektor Jürgen Jahrsdörfer ein eindeutiges Votum und wurde Kreissiegerin. Sie hatte aus dem fesselnden Roman von Linda Sue Parks „Der lange Weg zum Wasser“ vorgelesen und bei der Vorstellung ihres Buches, das von den verlorenen Kindheiten im Sudan handelt, eindrucksvoll auf die aktuelle Flüchtlingsthematik Bezug genommen und mit ihrer natürlichen Art die Zuhörer in den Bann gezogen.

Als Kreissiegerin durfte Sophia zwei Monate später am Bezirksentscheid Schwaben in Mering teilnehmen, den jedoch trotz Sophias tollen Leseleistung zwei Mädchen aus Kempten und Lindenberg für sich entscheiden konnten.

Iris Hocke und Claudia Geiger

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